idee

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Visuelle Anthropologie und ethnografischer Film

Ein Schwerpunkt des Lehr- aber auch des Forschungsprogramms des Instituts für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Georg-August-Universität Göttingen liegt im Bereich der audio-visuellen Anthropologie, der ethnografischen Film, Fotografie sowie andere hybride mediale Formate umfasst. Der Begriff (Audio-) Visual Anthropology bezeichnet eine Richtung innerhalb des Fächerkanons der Anthropology, die verschiedenen Formen audio-visueller Kommunikation im Alltag untersucht und mit den Mitteln visueller und audiovisueller Medien Menschen in ihrem kulturellen und sozialen Umfeld analysiert. Film, Fotografie und andere mediale Formen werden dabei explizit auch als Medien ethnografischer Repräsentation verstanden. Vor allem der zweite Bereich der Visuellen Anthropologie wird am Göttinger Institut in verschiedenen Bachelor- und Mastermodulen bedient, wobei der Fokus auf filmische Formen gerichtet ist. Kernstück ist dabei das CVA, das dreisemestriges Studienprojekt, das im Rahmen des Monomaster-Studiengangs angeboten wird.

Master of Arts Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie/Curriculum Visuelle Anthropologie

Alle zwei Jahre können sich Studierende für den Masterstudiengang Kulturanthropologie/ Europäische Ethnologie (KAEE) mit Schwerpunkt Curriculum Visuelle Anthropologie (CVA) bewerben. Für Interessierte stehen 12 Plätze bereit. Im 2-jährigen Turnus (2017, 2019 usw.) ist das CVA fester Bestandteil des Masterstudiengangs KAEE der Universität Göttingen. Absolventinnen des CVA haben die Möglichkeit, einen kulturwissenschaftlich-ethnografischen Film als Teil der Masterarbeit einzureichen. Das CVA wird als integraler Bestandteil eines vollwertigen Masters of Arts im Fach Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie belegt. Neben den Theorien, Methoden und Themenfeldern des Faches werden insbesondere die Repräsentationspraxen des ethnografisch-kulturwissenschaftlichen Films behandelt. In dieser Synthese versteht sich der Studiengang als berufsqualifizierend für die ganze Bandbreite des Faches: Von universitärer Wissenschaft über Museum bis hin zu Film und Fernsehen.

Forschendes Lernen
Die Vermittlung filmischer Praxis steht im Mittelpunkt des CVA. Es orientiert sich dabei am Konzept des Forschenden Lernens, bei dem die Aneignung von Wissen als dynamischer Prozess verstanden werden kann – mit durchaus offenem Ausgang. Um die Studierenden als forschende Individuen in den Mittelpunkt dieses Prozesses rücken zu können, um ihren theoretischen, methodischen und repräsentatorischen Ideen den notwendigen Gestaltungsraum zu geben, ist jeder CVA-Jahrgang einem Rahmenthema (bspw. Migration, Klima, Bilder) gewidmet. Dies ermöglicht den TeilnehmerInnen, selbstbestimmte Konzeptionen zu entwickeln, umzusetzen und diese gleichzeitig als Ergebnis einer Projektgruppenarbeit sichtbar zu machen. Diese Arbeitsweise ist in besonderem Maße berufsqualifizierend. Denn sie integriert format- und themengebundene Medienarbeit, die wissenschaftliche, kulturelle, künstlerische und nicht zuletzt marktwirtschaftliche Felder seit langem prägt, bereits fest in die universitäre Ausbildung. Verschiedenste filmische Zugänge zu rahmen, ermöglicht zudem, immer wieder potente Kooperationspartner für die einzelnen CVA-Jahrgänge zu gewinnen.

Keine gesonderten Kosten
Außer den für niedersächsische Hochschulen festgelegten Verwaltungsgebühren u.ä. fallen für den Masterstudiengang mit Schwerpunkt Visuelle Anthropologie keine gesonderten Kosten an.

Individuelle Betreuung vor Ort
Von den theoretischen Vermittlungen in den Seminarsitzungen, den ersten filmpraktischen Gehversuchen im Feld über die Konzeption eigener Filmprojekte bis hin zur Planung und Durchführung des Masterfilms werden die Studierenden individuell und vor Ort über den kompletten Verlauf ihres Studiums durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts betreut.

Technische Ausstattung wird gestellt
Eine eigene technische Ausstattung der Studierenden ist nicht erforderlich. Institut und Universität verfügen über mehrere Kameraausrüstungen (HD) und eigene Schnittplätze.

Kooperationen internationaler Ausrichtung am Standort Göttingen
Das CVA kooperiert mit anderen Veranstaltungen und Projekten im eigenen Haus, mit dem German International Ethnographic Film Festival (das Filmarchiv kann von den Studierenden konsultiert werden), anderen Göttinger universitären Instituten und Einrichtungen (bspw. der Zentralen Kustodie oder dem Videoteam der SUB Göttingen), vor allem dem Centre for Modern Indian Studies (CeMIS) und lokalen Kinos. Die Studierenden können sich mittels Praktika und/oder Projektmitarbeit in konkrete filmische Produktionsprozesse vor Ort einbinden und in einen unmittelbaren internationalen Austausch theoretischer Auseinandersetzung mit dem Medium treten.