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KlimaWandelKino

Filmisch-ethnografische Zugänge zum Klimawandel

07. bis 11. Juli 2015 in Göttingen (und auch am 01. Novemeber)
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Längst ist unstrittig, dass auch der Faktor Mensch für die einschneidenden Veränderungen des Weltklimas verantwortlich ist. Auch alltagskulturelle Aspekte rücken bei der Suche nach Ursachen ebenso wie bei den Versuchen, auf den Klimawandel zu reagieren, in den Fokus. So auch in Göttingen: Mit der Teilnahme am Förderprogramm „Masterplan 100% Klimaschutz“ hat sich die Stadt das Ziel gesetzt, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Bis zum Jahr 2050 will die Stadt Göttingen in Kooperation mit der lokalen Wirtschaft, der Universität, ortsansässigen Initiativen, vor allem aber mit Beteiligung aller Bürger_innen den Status der Klimaneutralität erreicht haben. Viele der Maßnahmen reichen unmittelbar in das Alltagsleben der Menschen hinein: Erneuerbare Energiequellen schreiben sich, wie am Beispiel der Windkraft zu beobachten, in die Landschaft ein und regen neue, aber auch altbekannte Auseinandersetzungen mit Natur-, Heimat- und Ästhetikverständnissen an. Unter dem Schlagwort „Suffizienz“ werden Fragen von Lebensstil und Besitz neuen Aushandlungen unterzogen. Eine intensive Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit soll zur Setzung neuer Normativitäten hinsichtlich klimasensiblen Handelns beitragen.

Diese und andere kulturelle Prozesse bilden den Rahmen von vier ethnografischen Filmen. Diese im Zuge des Lehrforschungsprojekts Curriculum Visuelle Anthropologie (CVA) am Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Georg-August-Universität Göttingen umgesetzt. Die ethnografisch-filmische Perspektive zeigt dabei anschaulich, welche sozialen Prozesse, welche Politiken, Initiativen und Kontroversen die Veränderungen des Klimas und mit ihnen die gesellschaftlichen Diskurse zeitigen.

Das KlimaWandelKino trägt die Filme an die Orte zurück, an denen sie entstanden sind. Die Idee dahinter: einen Austausch zwischen filmischer Repräsentation, den Filmemacher_innen und den Orten und Menschen, von denen die Filme erzählen, zu befördern. Durch zusätzliche Veranstaltungsangebote weiterer Institutionen oder Initiativen, die ebenfalls in das Themenfeld involviert sind und durch die die Inhalte der Filme aufgegriffen bzw. erweitert werden, eröffnet das Wanderkino eine kulturanthropologische, multiperspektivische und engagierte Auseinandersetzung mit einem globalen Problemfeld in lokaler Perspektive. Flyer zum download

Alle aktuellen Infos zum KlimaWandelKino unter klimawandelkino.wordpress.com


Programm


Dienstag, 07.07.2015

16.30 Konsumkritischer Stadtrundgang
Ziel dieser Stadtführung der etwas anderen Art ist es, die globalen Folgen unseres lokalen Konsums ins Bewusstsein zu rufen. Dafür begibt sich der konsumkritische Stadtrundgang auf die Spurensuche nach dem eigenen Konsumverhalten und den damit zusammenhängenden sozialen und ökologischen Folgen einer globalisierten Produktion. Weitere Informationen: www.janun-goettingen.de/projekte/weltreise-durch-die-innenstadt/

18.00 school_lab des DLR
Mit seinem school_lab-Programm will das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum Schüler_innen mithilfe naturwissenschaftlicher Experimente für Forschung begeistern. Ausgewählte Stationen des Göttinger Labors, zu denen auch verschiedene Beispiele für umweltfreundliche und klimaschonende technische Verfahren zur Energiegewinnung gehören, werden in der Führung vorgestellt. Weitere Informationen: http://www.dlr.de/schoollab

im direkten Anschluss
«Die Klimaritter»
Ein Film von Michael Schlorke, 41 min

Der Film verhandelt aus vier Perspektiven Aktivitäten innerhalb und außerhalb des aktuellen Göttinger “Masterplans 100% Klimaschutz”. Zwei Klimaschutzmanagerinnen der Stadt, der Leiter des school_lab der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt, ein Aktivist der Gruppe JANUN Göttingen und eine Einzelaktivistin des PermaKulturRaum-Projekts verfolgen dabei ganz unterschiedliche Ansätze, der wachsenden Dringlichkeit zu begegnen, überregionale Klimafolgen abzuwenden. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, ob das nachhaltige Handeln von Einzelnen oder Initiativen angesichts struktureller Hemmnisse, die in eine ungewisse Zukunft weisen, überhaupt etwas zu bewegen vermag.

 


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Mittwoch, 08.07.2015

18.30 Vogelexkursion zu Windkraft und Naturschutz
Am Wendebachstausee bei Niedernjesa bietet der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Göttingen Ulrich Heitkamp, der früher auch als Gutachter für die Planung von Windkraftanlagen tätig war, eine Vogelexkursion an, die einen Einblick in das Dilemma zwischen Umwelt- und Artenschutz gibt, das sich immer wieder an Windrädern entfacht.

20.15 «Wind ums Rad»
Ein Film von Tamara Muskhelishvili, Judith Schein und Ute Seitz, 42 min

„Stoppt den Größenwindwahn“ – mit markanten Slogans wie diesen wirbt die Bürgerinitiative Barterode/ Esebeck für ihren Kampf gegen Windkraftanlagen, die unweit der beiden nahe Göttingen gelegenen Dörfer errichtet werden sollen. Wie in vielen anderen Orten, stößt auch hier der Ausbau der Windenergie, der immer wieder als eine wichtige Antwort auf die Klimaerwärmung gepriesen wird, auf organisierten Widerstand. Mitten in dieser komplexe Gemengelage aus Natur- und selbsternannten Heimatschützer_innen, kooperationswilligen Grundstückseigner_innen, Expert_innen und Energiekonzernen, geht der Film der Frage nach, wie sich das Alltagsleben in kleinen Gemeinden und Dörfern durch den Kampf um das Pro und Contra der Windenergie verändert hat.

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Freitag, 10.07.2015

19.00 ADFC-Göttingen (mit anschließender Fahrradtour zum PermaKulturRaum-Garten)
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) versteht sich als Interessenvertretung von Alltagsradfahrer_innen. Welche Politiken dieser ehrenamtlich arbeitende Verein verfolgt und welche Initiativen von ihm ausgehen, darüber berichtet der Vorsitzende des Göttinger Kreisverbandes Rainer Worm. Im direkten Anschluss bieten die Filmemacherinnen eine Fahrradtour zum PermaKulturRaum-Garten an. Weitere Informationen: http://www.adfc-goettingen.de/

ab 20.00 PermaKulturRaum
Bei PermaKulturRaum handelt es sich um ein experimentelles Gemeinschaftsprojekt mit dem Ziel, einen naturnahen, vielschichtigen und vielseitigen Lebensraum zu schaffen, der sich selbst erhält. So steht der Begriff Permakultur für eine Kultur der Vielfalt wie die Natur sie vorlebt: Pflanze, Mensch und Tier sollen in einem harmonischen Lebensraum zusammenleben. Weitere Informationen: http://www.permakulturraum.de

21.30 «A-Klimatisiert»
Ein Film von Alena Nannen und Audrone Petrauskaite, 40 min

In loser Anknüpfung an das Genre dokumentarischer Selbstversuche haben die Filmemacherinnen ein Experiment durchgeführt: Vier Wochen lang ein möglichst klimaneutrales Leben führen. Ihre Erlebnisse haben sie in einem Videotagebuch festgehalten. Aus dessen Einträgen sowie aus Meinungen von Umwelt-, Verkehrs- und Ernährungsexpert_innen, die Auskunft über die Schwierigkeiten aber auch Chancen geben, den eigenen Alltag nach Gesichtspunkten der Klimaneutralität zu gestalten, entfaltet der Film vielfältige Ideen, wie es möglich sein könnte, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

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Samstag, 11.07.2015

ab 12.00 Terre des Hommes-Sommerfest
Die Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes lädt jährlich unterschiedliche sozial- und umweltpolitische Gruppierungen
zu einem Sommerfest im Naturerlebnisbad Grone ein. Die Gruppen, unter anderem auch die Göttinger Greenpeace-Gruppe,
erhalten hier die Möglichkeit, ihre aktuellen Projekte und ihr Tätigkeitsfeld vorzustellen. Die Besucher_innen haben so die
Chance, vor und nach dem Screening des Films, in direkten Kontakt mit den Aktivist_innen zu treten.

19.00 «Zwischen Handarbeit und Hightech – Greenpeace im Wandel der Zeit»
Ein Film von Marsina Noll und Robert Panten, 37 min

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist einer der globalen Akteure im Kampf gegen den Klimawandel. Die Filmemacher_innen
begleiten die Göttinger Ortsgruppe zu einer Protestaktion in der Lausitz mit mehreren tausend Teilnehmer_innen und zeigen, dass
die Klimaschutzaktionen von Greenpeace hoch professionell organisiert sind und auf massenmediale Aufmerksamkeit zielen. Zudem
blickt der Film auf die Anfänge von Greenpeace in Deutschland in den frühen 1980er Jahren zurück. Ein Aktivist der ersten Stunde
führt die Filmemacher_innen durch die Zentrale in Hamburg und berichtet von den Anfangstagen der Non-Profit-Organisation.

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Sonntag, 01.Novemeber 2015

18.00 KlimaWandelKino – Alle Filme
Zum Abschluss des KlimaWandelKinos werden noch einmal alle
Filme an einem Abend gezeigt. Die Filmemacher_innen sind anwesend
und freuen sich auf die Diskussion ihrer Filme.

Kino Lumière
Geismarlandstraße 19

  • Kostenpflichtige Karten über Vorverkauf oder Abendkasse des Lumières

Kooperationspartner

  • Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie
    der Georg-August-Universität Göttingen
  • Klimaschutz Göttingen e.V.
  • Kino Lumiere

Förderer

  • Förderprogramm der AKB-Stiftung „Kreativität im Studium“
  • Roerich Gesellschaft Deutschland e.V.