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STOP & GO – Filming the street

Summer School – Praxis des ethnografischen Films 2017

Vom 24.07. bis zum 11.08.2017

270709_1704Straßen sind öffentliche Plätze und Verbindungswege. Sie sind Aufenthalts-, Schwellen- und Durchgangsräume. Straßen sind Aushandlungsorte sozialer Organisation und des politischen Handelns. Straßen sind gleichermaßen durch Lokalität wie durch Mobilität gekennzeichnet. Sie wirken integrativ und  grenzen aus. Häuserfassaden verweisen nicht nur auf Außenräume, sondern implizieren stets auch Fragen nach den (nicht sichtbaren) Innenräumen. In ihrer Geschichtlichkeit und in ihrer gegenwärtigen Alltäglichkeit begründen sie Gefühle von Beheimatung ebenso wie von Entfremdung. In dieser Ambivalenz sind Straßen seit jeher Gegenstand ethnografischer Untersuchungen: von den Arbeiten der Chicagoer School über Gisela Welz‘ kulturökonomischer Untersuchung „StreetLife“ bis hin zu vielfältigen aktuellen Forschungen, die sich im Bereich der Sensory Ethnography oder der Actor-Network- Theory verorten lassen. Walter Ruttmanns „Sinfonie der Großstadt“ (1927), Jean Rouchs und Edgar Morins „Chronique d’un été“ (1960), Irene Langemanns „Rubljovka – Straße zur Glückseligkeit“ (2007) oder Sobo Swobodniks „Lebe schon lange hier“ (2014): Wie die Ethnografie haben Straßen auch das Medium Film bewegt und mit dem Road Movie sogar ein eigenes Genre begründet.

Ausgehend von diesen medialen Tradierungen sowie aktuellen audio-visuellen und kulturanthropologischen Perspektiven knüpfte die Summer School 2017 an die vielfältigen Implikationen von Straße an. Dozent_innen: Frauke Paech, Torsten Näser, Max Leimstättner (Wien), Oliver Becker, Fabian Fess und Janina Kriszio. Gastreferent: Timo Großpietsch, Filmemacher und leitender Redakteur beim NDR (Hamburg).

Folgende Filme entstanden im Rahmen der Summer School 2017:

  • Rue de La Vie von Maja Meiners (Göttingen), Karola Pfaffinger (Göttingen), Tony Schönberg (Berlin)
  • Super_Nova von Hannah Burgmann (Freiburg), erich* Gier (Göttingen), Johann Menhard (Graz)
  • Off Street von Björn Höller (Göttingen), Kerstin Kessler (München), Margarita Lipatova (Heidelberg)
  • Ghost Bikes von Kim Hennking (Göttingen), Yvonne Meier (Zürich)

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Dwelling: Crisis, Craft, Creativity in audio visual media

AV-Panel auf dem SIEF-Kongress

Vom 26. bis 30. März 2017

In einem dreitägigen Panel wurden auf dem Kongress der „Société Internationale d´Ethnologie et de Folklore“ (SIEF), der Ende März in Göttingen stattfand, über 30 internationale visuelle und audio-visuelle Arbeiten, die alle das Tagungsthema „Dwelling“ in vielfältigen Dimensionen behandelten, präsentiert und diskutiert. Organisiert wurde das Panel, das insgesamt von etwa 400 Interessierten besucht wurde, von Lehrenden des Institutsschwerpunkts Curriculum Visuelle Anthropologie (CVA). Die Ausgangsidee des „vielformatigen audiovisuellen Ausstellens“, die ohne die vielen beteiligten Studierenden nicht umzusetzen gewesen wäre, erwies sich als fruchtbar: In einem Ausstellungsraum wurden Fotoprojekte sowie Audio- und Videoinstallationen gezeigt. Außerdem fanden dort Präsentationen zu drei medialen Projekten statt. Das lokale Arthouse-Kino „Lumiere“ bot zwei Langfilmen, die thematisch und narrativ auch ein größeres Publikum außerhalb der scientific community ansprachen, einen angemessenen Rahmen für Screenings und Diskussion. Ein Hörsaal, in dem mit knapp 20 Filmen der größte Teil der Audiovisionen gezeigt und diskutiert wurde, generierte in einem hohen Maß eine von vielen Kongressteilnehmer_innen geteilte mediale Erfahrung – die an Ort und Stelle, mehr womöglich aber noch in den Pausen oder beim gemeinsamen Essen – immer wieder die zentrale Frage zur Rolle audio-visueller Medienarbeit in der Kulturanthropologie anreizte. Das Panel-Programm finden Sie hier.

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Visual Anthropology and the work of David MacDougall

Student Workshops and Panel Discussions featuring the films and the writing of David MacDougall

May 9th and May 10th, 2016

Co-organized by KAEE (Department for Cultural Anthropology/European Ethnology) and CeMIS (Centre for Modern Indian Studies)

With a prolific range of ethnographic films and theoretical writing, David MacDougall is one of the most influential voices in the field of Visual Anthropology. From reflections on mediation and the conventions of photography and representation; to foundational meditations on the observational mode of filming considered central to the ethnographic film; to an intensive engagement with the more participatory and interactive approach favoured by French filmmaker-anthropologist Jean Rouch; to his recent filmmaking project of “shared anthropology” with Indian children, MacDougall’s oeuvre encompasses a sustained engagement with the visual and sensory modes of perception crucial to the ethnological and social sciences.
This two day workshop will focused on some selected aspects of this wide-ranging body of work. On the first day, we hosted three panel discussions:

  1. On Photography and Representation
    Screening of “Photowallahs” (1991)
    Discussants: Britta Ohm (Berlin) and Rashmi Varma (Göttingen)
  1. New Forms of Ethnographic film: Contemporary Perspectives
    Screening: Excerpts from various films
    Discussants: Franziska Weidle (Göttingen) and Michael Westrich (Berlin)
  1. Participatory Modes of Documentary Filmmaking and Shared Anthropology:
    The Childhood and Modernity Project and “Delhi at Eleven”
    Screening: Selected films from the “Delhi at Eleven” Project
    Discussants: Patrick Eisenlohr (Göttingen) and Saikat Maitra (Göttingen)

The second day comprised an intensive student workshop with David MacDougall, with a focus on his methodologies of research prior to filming and on his use of camera, sound and editing in ethnographic film. The student workshop started with a screening of MacDougall’s film, “With Morning Hearts” (2001) and ended with a screening of “SchoolScapes” (2007) at the Lumiere Cinema.

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found photographic footage

Summer School – Praxis des ethnografischen Films 2015

Vom 31.08. bis 18.09.2015

Summer School_2015_1_20150414 KopieUnzählige Filme nutzen historische Bildmaterialien, meist Fotografien, für ihre Erzählung. So häufig deren Verwendung, so unterschiedlich sind die filmischen Strategien im Umgang mit ihnen: Diese erstrecken sich von der visiotypen und oft (quellen)unkritischen Illustration eines OFF-Kommentars über eine inhaltlich begründete Einbindung der historischen Bildzeugnisse bis hin zu einem ganz bewussten Bruch mit der historischen Integrität des Materials, um neue filmisch-narrative Dimensionen zu eröffnen. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Bezeichnungen für derartige Filme wider, die von Found-Footage- bis hin zu Recycling-Filmen reicht. An die Reflexion dieser unterschiedlichen Praxen anknüpfend widmete sich die Summer School 2015 Fotografien im Kontext ethnografischer Filmarbeit. Die Fotos stammen aus dem Archiv des Städtischen Museums Göttingen und zeigen urbane Räume in historischer Perspektive. Ausgehend von der Sichtung des fotografischen Materials, seiner Kontextualisierung und der Sensibilisierung für das, was es zeigt, worauf es verweist oder was es ausblendet, sollten es die Teilnehmer_innen in eine neue Beziehung zu selbstgedrehtem Video-Material setzen. Mit dieser intermedialen Zugangsweise versuchte die Summer School 2015 sowohl an die grundlegenden Methoden- und Theoriediskussionen (Reflexivität, Modi (kamera)basierter Repräsentationen etc.) anzuknüpfen, als auch aktuelle Fragen etwa zur Bedeutung einer experimentellen Montage zu diskutieren sowie zu einer weiter gefassten Auslegung ethnografischer Filmarbeit anzuregen. Dozent_innen: Frauke Paech, Torsten Näser, Sandra Eckardt, Oliver Becker. Gastreferent_innen: Ulrich Hägele (Tübingen), Eva Knopf (Berlin/Hamburg). Einem interessierten Publikum wurden die Kurzfilme am Freitag, den 18.09.2015 um 18.00 Uhr im Tapetensaal des Städtischen Museums Göttingen vorgeführt. Die Studierenden, die Dozent_innen der Summer School sowie Vertreter_innen des Städtischen Museums Göttingen standen für die Diskussion der filmischen Beiträge zu Verfügung. Einen Bericht des Göttinger Tageblatts zum Screening der Filme finden Sie hier

Über_Ordnen

Christian Beeck (Berlin), Eva Hoffmann (Freiburg) und Till Simons (Göttingen) / 2015 / 4:30 Min. Zum Film

Iduna-Komplex

Franziska Graf (Frankfurt/Main), Christin Schuchardt (Göttingen) und Julia Wichmann (Leipzig) / 2015 / 12 Min.

Screenings und Award

  • Göttinger Kurzfilmfestival 2016 (Wettbewerb Heimat 2.0), 2. Platz

Schauplatz

Roman Vesely (Göttingen) und Janek Totaro (Göttingen) / 2015 / 7 Min. Zum Film

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Mariel McLaughlin (München), Melina Kliebisch (Göttingen) und Stephanie Bussler (Göttingen) / 2015 / 10:45 Min. Zum Film

Screenings

  • Göttingen International Ethnographic Film Festival 2016

 


Inventur und Perspektive

Über die Zukunft audiovisueller/filmischer Praxen in der Kulturanthropologie und deren Vernetzung

Workshop der Kommission Film innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (dgv)

19.09.2014 (und 20.09.2014) Tagungszentrum an der Sternwarte in Göttingen

Die vielfältigen Formen audiovisueller Wissensvermittlung unterliegen einem stetigen Prozess von Neuaushandlung und Reproduktion. Sie gewähren zahlreiche Anschlüsse an die Kulturanthropologie und werfen analytische Fragestellungen ebenso auf wie sie zu neuen Formen der Vermittlung kulturanthropologischen Wissens anregen, die durch eben jene audiovisuelle Medien inspiriert sind. Dieser Workshop verfolgte das Ziel, die Kommission Film innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (dgv) neu auszurichten. Am ersten Tag des Workshops wurden daher aktuelle Sichtweisen auf audiovisuelle/filmische Praxen mit dem Fokus auf Selbstverständnis, Forschungsthemen und Methoden der Audiovisualität von Vertreter_innen des Faches vorgestellt und diskutiert. Am zweiten Tag des Workshops sollten diese Perspektiven aufgenommen und weiterführend in Arbeitsgruppen erörtert werden, wie sich die Vielfalt kulturanthropologischer Zugänge auf Audiovisualität in einer aktiven Kommissionsarbeit konkretspiegeln kann. Der Workshop verfolgte zudem das Ziel, Impulse für eine netzwerkfähige Zusammenarbeit innerhalb der scientific community der Kulturanthropolog_innen und darüber hinaus anzustoßen. Programm, Kontakt und weitere Informationen

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Movements of Migration

Ausstellungs- und Websitepräsentation auf dem GIEFF 2014

Nachdem das digitale Wissensarchiv Movements of Migration.org als Multimediapräsentation für das Göttingen International Ethnographic Film Festival (GIEFF) 2014 ausgewählt wurde, gaben Wiebke Unger, Malte von der Brelie und Torsten Näser einen Einblick in das ethnografisch-künstlerische Ausstellungsprojekt, das von Sabine Hess initiiert und von Studierenden des Instituts für KAEE unter Mithilfe verschiedener KünstlerInnen umgesetzt wurde. Im Mittelpunkt der Projektvorstellung standen mit „Gegen Windmühlen“ und „Die Besten Köpfe für Göttingen“ zwei Projektarbeiten sowie das digitale Wissensarchiv selbst. Im Anschluss an die Präsentation hatten die Zuhörer_innen die Möglichkeit, ausgewählte Teile der Ausstellung, die während des gesamten Festivals zu sehen waren, gemeinsam mit den Referent_innen zu besuchen und weiterführend zu diskutieren.

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Summer School – Ethnografischer Film 2013

29.07. bis 16.08.2013

Innerhalb des dreiwöchigen Workshops „Summer School: Praxis des ethnografischen Films für Kultur- und SozialwissenschaftlerInnen“, der i.d.R. im zweijährigen Turnus angeboten wird, realisierten zwölf Studierende aus der Schweiz und aus Deutschland in Teamarbeit kleine Filmprojekte. Inspiriert von einem Oberthema wie dem diesjährigen „Stadtgrün“, forschten die TeilnehmerInnen zu lokalen Themen. Dabei wurden sie von einem DozentInnenteam angeleitet und begleitet. Gastvorträge erweiterten die methodischen und thematischen Perspektiven.

TeilnehmerInnen: Oliver Becker (Göttingen), Julia Catherine Berger (Göttingen), Dorothea Braun (Frankfurt/M.), Lara Deininger (Berlin), Ana Fatyanova (Fribourg), Isabelle Horand (Sissach), Anika Machura (Göttingen), Astrid Quast (Leipzig), Carina Rother (Göttingen), Rebecca Schraner (Buus), Lea Schwenke (Göttingen), Constanze Wolpers (Göttingen)

DozentInnenteam: Sandra Eckardt, Torsten Näser, Christian Struck (Hamburg), Mar Sydymanov

Gäste im Rahmen von Abendvorträgen: Beate Engelbrecht, Frauke Paech, Elisabeth Meyer-Renschhausen

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